Gobnata, Äbtissin von Ballyvourney (Irland)

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Gedächtnis: 11. Februar

Die ehrwürdige Gobnata von Ballyvourney (6. Jahrhundert) war eine irische Nonne, Klostergründerin und Äbtissin des Frauenklosters von Ballyvourney in der Grafschaft Cork. Als geistliche Tochter des ehrwürdigen Abban von Kilabban widmete sie ihr Leben dem Gebet, der Askese und der Fürsorge für Kranke und Bedürftige. Sie wird besonders wegen ihrer Gnadengabe der Heilung und ihres Schutzes vor Seuchen verehrt.

Vita

Die ehrwürdige Gobnata, die auch unter den Namen Gobnait, Gobnet und Abigail bekannt ist, wurde gegen Ende des 5. oder zu Beginn des 6. Jahrhunderts in der Grafschaft Clare im Westen Irlands geboren. Über ihre Herkunft und ihre frühen Lebensjahre ist nur wenig bekannt. Der Überlieferung zufolge musste sie ihre Heimat verlassen, um einem Feind zu entkommen, und fand zunächst Zuflucht auf den Aran-Inseln vor der irischen Westküste. Dort führte sie ein zurückgezogenes Leben in Gebet und Askese.

Eines Tages erschien ihr ein Engel des Herrn und offenbarte ihr, dass die Inseln nicht der Ort ihrer künftigen Ruhestätte seien. Er gebot ihr, weiterzuziehen, bis sie neun weiße Hirsche fände. Im Vertrauen auf die göttliche Führung verließ die heilige Gobnata die Inseln und begab sich auf Wanderschaft. Bei Clondrohid in der Grafschaft Cork erblickte sie zunächst drei weiße Hirsche. Als sie weiterzog, begegneten ihr bei Ballymakeera sechs weiße Hirsche. Schließlich gelangte sie nach Ballyvourney, wo sie in einem Wald neun weiße Hirsche weiden sah. Darin erkannte sie das ihr von Gott verheißene Zeichen und beschloss, an diesem Ort zu bleiben.

Ihr geistlicher Vater, der ehrwürdige Abban von Kilabban, unterstützte sie bei der Gründung eines Frauenklosters auf einem Grundstück, das der Überlieferung zufolge von der Familie O’Herlihy gestiftet worden war. Er setzte Gobnata als Äbtissin der neuen Gemeinschaft ein. Unter ihrer geistlichen Führung entwickelte sich das Kloster zu einem Ort des Gebetes, der Askese und der christlichen Nächstenliebe. Archäologische Ausgrabungen im Jahr 1951 bestätigten, dass sich an dieser Stelle bereits in frühchristlicher Zeit eine Siedlung befunden hatte.

Als Äbtissin führte die ehrwürdige Gobnata ein Leben in Demut, Fasten, Nachtwachen und unablässigem Gebet. Sie sorgte für die geistliche Unterweisung der ihr anvertrauten Schwestern und widmete sich zugleich den Kranken, Armen und Hilfsbedürftigen. Ihre Barmherzigkeit und ihre Gnadengabe der Heilung machten sie weit über die Grenzen ihres Klosters hinaus bekannt. Zahlreiche Menschen suchten bei ihr Trost, geistlichen Beistand und Heilung von ihren Leiden.

Besonders verehrt wurde die Heilige wegen ihres Schutzes der Bevölkerung vor Seuchen. Der Überlieferung zufolge bewahrte sie Ballyvourney durch ihre Gebete vor einer Pestepidemie. Noch heute erinnert ein Feld in der Umgebung, das als „Pestfeld“ bezeichnet wird, an dieses Wunder. Die heilige Gobnata soll dort ein Gebiet abgegrenzt und dem Schutz Gottes anvertraut haben, sodass die Seuche diese Grenze nicht überschreiten konnte.

Eine besondere Verbindung bestand zwischen der ehrwürdigen Gobnata und der Bienenzucht. Sie war für ihre Kenntnisse im Umgang mit Bienen bekannt, deren Honig auch zur Versorgung und Pflege der Kranken verwendet worden sein soll. In der volkstümlichen Überlieferung wurde ihr Name deshalb mit der Honigbiene in Verbindung gebracht, wenngleich seine sprachliche Herkunft nicht eindeutig geklärt ist.

Von einem weiteren Wunder berichtet die Überlieferung, dass die Heilige eines Tages von einem Hügel aus beobachtete, wie ein feindlicher Stammesfürst mit seinen Kriegern durch das Tal zog, die Felder verwüstete und das Vieh der Bewohner forttrieb. Um die Menschen vor den Eindringlingen zu schützen, sandte sie ihre Bienen gegen die Krieger. Diese wurden von den Bienen derart bedrängt und in Verwirrung versetzt, dass sie ihre Beute zurückließen und die Flucht ergriffen. Auf diese Weise bewahrte die Heilige die Bevölkerung vor weiterer Plünderung.

Auch andere Erzählungen berichten davon, wie die ehrwürdige Gobnata Räubern und Gewalttätern Einhalt gebot. So soll ein mächtiger Räuber versucht haben, auf der gegenüberliegenden Seite des Tales eine Burg zu errichten, von der aus er die Umgebung beherrschen wollte. Die Heilige verhinderte dieses Vorhaben der Überlieferung zufolge mithilfe eines runden Steines, den sie über das Tal schleuderte und damit die bereits errichteten Mauern zum Einsturz brachte. Sooft der Räuber den Bau wieder aufnahm, wurden seine Mauern erneut zerstört, bis er schließlich von seinem Vorhaben abließ. Ein runder Stein, der mit dieser Überlieferung verbunden wird, blieb in Ballyvourney erhalten.

Nach einem Leben im Dienst Gottes und ihrer Mitmenschen entschlief die ehrwürdige Gobnata am 11. Februar im Herrn. Das genaue Jahr ihres Todes ist nicht überliefert, es wird im 6. Jahrhundert vermutet.

Ihr Grab und ihrer Verehrung

Ihr Grab befindet sich der Überlieferung zufolge auf dem Friedhof der alten Kirche von Ballyvourney und wurde über die Jahrhunderte zu einem bedeutenden Wallfahrtsort. Zahlreiche Gläubige suchten dort ihre Fürbitte und berichteten von Heilungen. Als Zeichen ihrer Dankbarkeit hinterließen manche von ihnen Krücken und andere Gegenstände, die an die empfangene Hilfe erinnerten.

In Ballyvourney befindet sich außerdem eine nach der Heiligen benannte Quelle, deren Wasser von den Gläubigen in Verbindung mit Gebeten um Heilung aufgesucht wird. Eine weitere Besonderheit der örtlichen Verehrung ist das sogenannte Tomhas Ghobnata, das „Maß der Gobnata“. Dabei handelt es sich um einen Wollfaden, dessen Länge an einer hölzernen Statue der Heiligen abgemessen wird und der nach örtlichem Brauch zur Erflehung von Heilung verwendet wird. Die aus dem 13. Jahrhundert stammende Holzstatue wird in Ballyvourney aufbewahrt und besonders an ihrem Gedächtnis verehrt.

In Killeen befindet sich ein frühchristlicher Steinpfeiler mit einer Kreuzdarstellung, der als Gobnata-Stein bekannt ist. Auf einer seiner Seiten ist eine kleine Gestalt mit einem Krummstab dargestellt. Auch ein mit der Heiligen verbundener Bienenstock wurde der Überlieferung zufolge von der Familie O’Herlihy als kostbares Andenken bewahrt.

Neben ihrer Verehrung als Beschützerin der Kranken und der Imker wurde die heilige Gobnata auch mit dem Handwerk der Eisenverarbeitung in Verbindung gebracht. Archäologische Untersuchungen im Bereich ihrer ehemaligen Klosterstätte erbrachten Hinweise auf frühere Eisenverarbeitung. In der christlichen Kunst wird sie häufig mit Bienen oder einem Bienenkorb dargestellt, die an ihre Wundertaten und ihre Fürsorge für die Menschen erinnern.

Die Verehrung der ehrwürdigen Gobnata blieb nicht auf Ballyvourney beschränkt, sondern verbreitete sich über weite Teile Südirlands. Kirchen in den Grafschaften Waterford und Kerry wurden ihr geweiht, und auch in Schottland wird ihr Gedächtnis bewahrt. Bis heute wird sie als Äbtissin, Wundertäterin und Fürsprecherin der Kranken verehrt.

Quellen: Orthodox Church in America (OCA): Saint Gobnata of Ballyvourney; John Sanidopoulos: Saint Gobnata of Ballyvourney; Romanian Orthodox Archdiocese of Great Britain and Northern Ireland: Saint Cedmon of Whitby, England. Saint Gobnet of Cork, Ireland (‡11 February); Saints of the Isles: Gobnait of Ballyvourney (Abigail), Abbess and Wonderworker.

Gebete

Troparion (3. Ton)

Als geistliches Kind des gottinspirierten Abban hast du, hochheilige Gobnata, viele würdig zur monastischen Tugend geführt. Darum bitten wir dich: Lege Fürbitte für uns ein, damit wir auf den rechten Weg geleitet und der großen Barmherzigkeit Christi, unseres Gottes, gewürdigt werden.

Troparion (4. Ton)

Durch Gebet und asketische Mühen hast du deine Wohnstätte geheiligt, o ehrwürdige Mutter Gobnata, und dich als standhafte Beschützerin der Gläubigen erwiesen. Die Schwachen stärkend und die Bedrängten tröstend, hast du durch dein Leben Christus, unserem Gott, wohlgefallen. Lege bei ihm Fürbitte ein für die Errettung unserer Seelen.

Kondakion (3. Ton)

Durch Glauben und Fasten mit Barmherzigkeit erfüllt, wurdest du den Bedrängten zur Zuflucht, o ehrwürdige Mutter. Durch deine Gebete hast du Unheil abgewendet und jenen Heilung gebracht, die dich anriefen. Darum lege Fürbitte bei Christus, unserem Gott, ein für alle, die dein heiliges Gedächtnis ehren.

Kondakion (5. Ton)

Lob und Ehre gebühren dir, o fromme Gobnata, Ärztin der Leiber und Seelen. Denn mit der Gnadengabe der Heilung gesegnet, hast du vielen die Ganzheit und den Frieden Christi gebracht. Bitte nun für uns, damit unsere gequälten Seelen die Freude der gottgewirkten Heilung erfahren.

aus dem Englischen übersetzt